LVZ 18.06.2008


Leipziger Volkszeitung | Nanette Hoffmann

Raumbasis Prometheus mitten in Leipzig Petra Morche beendet Teil neun ihrer Science Fiction-Reihe


Der Raum ist klein und dunkel gehalten. Und doch nimmt das menschliche Auge sofort das Poster an der Wand wahr: Der Weltraum - unendliche Weiten tun sich auf. Man möchte hinein versinken, in diese andere Welt. Mittelpunkt ist unser Heimatplanet, die Erde. So groß und unverletzlich scheint sie zu sein. Um sie herum drängen sich die Planeten. Und irgendwo da draußen befindet sich auch die Raumbasis Prometheus, auf dem Planeten Gamma 9. An der Decke bemerkt das Auge noch einen Gegenstand: Ein Raumschiff - vielleicht eines, dass die Menschen zu der Raumbasis bringt? “Das ist mein Arbeitplatz”, holt Petra Morche den Betrachter auf den Boden der Tatsachen zurück. In dieser Umgebung ist also die Romanreihe “Raumbasis Prometheus - Der Telepathenkrieg” entstanden. Kein Wunder, kann sich die Fantasie hier bestens in das Unbekannte hineinversetzen. Innerhalb von vier Jahren hat Morche bereits acht Bücher geschrieben. Im Dezember 2006 erschien ihr erster Band, ein Jahr später der Zweite. Mittlerweile hat sie den neunten auf ihrem Computer liegen, natürlich bereits beendet. Inspiriert zum Schreiben hat die 54-Jährige die Science Fiction-Serie “Babylon 5?. “Die Serie hat aber 20 Jahre in ihrer Reihe ausgelassen und dort schließen sich meine Bände über den Telepathenkrieg an.” Die Raumbasis soll Allen als Treffpunkt und zum Handel dienen, damit alle Völker der Galaxie friedlich miteinander leben und ihre Probleme auch auf diese Weise lösen können. Doch da liegt gleichsam die Schwierigkeit: In einer Welt, in der das Gute lebt, ist auch das Böse nicht weit. Die real existierenden Probleme der heutigen Zeit, der 11. September oder der Irak-Krieg, beweisen es auf grausame Weise. Im Roman steht die Hauptfigur vor der Frage: Wie reagiere ich auf die drohende Gewalt? Werde ich eine Lösung finden - aber wie sieht die aus? Werde ich Gleiches mit Gleichem vergelten - werde dann aber selbst zum Verbrecher? Gleichwohl hat es Morche angespornt, mehrere Bände zu verfassen. Denn Ziel sei es: “Die Menschen sollen zum einen begreifen, das Krieg und Gewalt keine Lösung sind.” Nur gemeinsam können die Probleme der Welt gemeistert werden.”Zum anderen sollen sie lernen, das Neue und Andere nicht abzublocken, sondern zu akzeptieren.” Das Heute und die Geschichte sind bei der Hobbyautorin in die Zukunft gelegt worden. Das Genre Science Fiction bietet ihr dafür beste Voraussetzungen, die Problematik darzustellen und Lösungen auf philosophischer und psychologischer Ebene anzubieten. “Beim Schreiben weiß ich meist noch nicht wie sich der Band entwickelt, die Ideen kommen spontan.” Doch ganz so einfach ist das nicht. Die 54-Jährige studierte in Leipzig Philosophie, arbeitete als Lehrerin für Staatsbürgerkunde und hat eine Fachschulbildung zur Physiotherapeutin absolviert. “Die Kenntnisse aus diesem Bereich kann ich für meine Bücher gut nutzen.” Morche charakterisiert sich als neugierig, offen für Neues, realistisch und willensstark. “Ich gebe so schnell nicht auf und setzte mir im Leben feste Normen.” Die Crew um Hauptfigur Bruce Sherman vertritt im Roman ihre Ideale. Deren Gegenspieler, Robert Burell und seinen Mannen, seinen für sie Verbrecher. Sich in sie hineinzuversetzen, habe ihr viel Mut und intensives Forschen abgerungen. “Nach dem neunten Band ist nun aber Schuss”, gibt Morche mit auf den Weg. Allerdings habe sie das auch nach dem Achten gedacht. Was also hoffen lässt, dass es weitere Abenteuer zu lesen gibt.